Schlammpeitziger

Bureau B 1, Pingipung
Schlammpeitziger Beatport

Biography

Jo Zimmermann alias Schlammpeitziger lädt uns drei Jahre nach seinem letzten Release endlich wieder in sein heimisches Doppelboden-Musikzimmer und veröffentlicht am 13. Oktober 2014 sein neustes Album „What’s Fruit?“. Sind seine Sound-Bretter erst einmal durchbrochen fühlt sich die Hörerschaft wie Alice im berüchtigten Kaninchenbau und genießt den Tiefgang im freien Flug. Die bis zur Perfektion verwobenen, vorbei sausenden Klangstrukturen des altehrwürdigen Elektro-Künstlers aus Köln überzeugen nicht nur durch mitreißende Beats, sondern auch durch behutsam gesetzten Humor. Und ja, entstanden ist die Platte „What’s Fruit?“ zwar nach wie vor per Homerecording – jedoch umgab Jo Zimmermann während der einjährigen Produktionsphase eine heftige Ausnahmesituation: Baulärm-Beschallungen von allen Seiten, oben, unten, rechts, links. Das Sounddesign hat definitiv etwas Beton und Wummern eingeatmet, gestaltet sich aber trotzdem anschmiegsam und wenig sperrig. Es scheint, als wollte Jo Zimmermann seinem damals strapazierenden Klangumfeld etwas betont Konträres entgegen setzen und erschuf so seine ganz eigene, abgekapselte Schlammpeitziger-Disco als Strategie, um nicht dem Wahnsinn anheimzufallen. Eingeigelt wie in einen Kokon aus brachialem Gebrumme, laut schreienden Sägen und pulsierendem Luftdruckgehämmer entpuppt sich letztlich ein sehr entspannter Release mit der Frische und Unverfrorenheit eines Debütalbums aus acht runden Tracks. Im Gegensatz zu frühen Platten, die ausschließlich mit Analogsynthesizern auskamen, produzierte Schlammpeitziger „What’s Fruit?“ zu 90% mit dem iPad und er kommt mit Stücken wie „Balcony Sofaune“ oder seinem Titeltrack dem Tanzflur auf sutsche Weise näher als je zuvor.

Schlammpeitziger veröffentlicht mit „What’s Fruit?“ erstmals eine Platte außerhalb seiner Kölner Heimatlabel A-Musik und Sonig. Es zieht den Musiker, Zeichner und charismatischen Performancekünstler zu Pingipung Records aus Hamburg, wo er schon häufiger auch live zu Gast im Golden Pudel Club war.

Seit Jo Zimmermann 1992 die Kunstfigur Schlammpeitziger erschaffen hat, ist viel passiert. Depeche Mode, The Bionaut, Barbara Morgenstern oder Egoexpress forderten Remixe an; Schlammpeitziger wurde ein gefragter Gast auf internationalen Festivals, wie dem Experimentalclub in Madrid, NoNoLogic Festival in Barcelona, Spring Festival in Graz oder Sonic Acts in Amsterdam. Er veröffentlichte Alben und Singles bei A-Musik sowie Sonig und mit Collected Simple Songs Of My Temporary Past erschien 2001 sogar eine Art Best-Of-Album auf den renommierten Labels Domino (UK), Thrill Jockey (USA) und Tokuma (Japan).

UPCOMING NEXT: REMIXE UND LIVE TERMINE

Am 24. November 2014 erscheint zu „What’s Fruit?“ eine EP mit Remixen von Andreas Dorau, Candie Hank, Mouse On Mars, Hey-O-Hansen, Springintgut und Thomas Mahmoud. Außerdem wird es in Köln (17. Oktober, King Georg) und Hamburg (10. Oktober, Thalia Nachtasyl) je eine Release-Party zur Platte geben – mit on stage sind Andreas Dorau und Candie Hank. In Berlin wird die Platte erstmals während der zweitägigen, 21-Jahre-Mouse-On-Mars-Feier im (31. Oktober, Hebbel am Ufer) vorgestellt.

PINGIPUNG INFO

Wenn Menschen über Pingipung sprechen, beschreiben sie den Output des unermüdlichen Labels häufig als Ü-Musik: eine Mischung aus U- und E-Musik. Ü, wie Überraschung. Denn eine weite Klammer von Elektronika mit Techno-Einflüssen bis Jazz und Pop umfasst den Pingipung Katalog. Der instrumentale, handgemachte Ansatz in der Produktion elektronischer Sounds ist hierbei das Markenzeichen des Labels. Anfangs stammten die Release hauptsächlich aus dem Electronica-Genre, mittlerweile ist das Portfolio sehr viel breiter und weltweit aufgestellt. Im Roster tummeln sich Acts aus London, Russland, Schweden oder USA. Das heute von Frankfurt und Hamburg aus agierende Label wurde 2002 in Lüneburg von Nils Dittbrenner, Andi Otto, Markus Engel und Heiko Gogolin während des Studiums der Kulturwissenschaften gegründet. Mittlerweile sind außerdem Andrea Wienck und Sebastian Kokus mit an Bord. Pingipung-Veröffentlichungen erscheinen in den unterschiedlichsten Vinyl-Formaten, als CDs oder Downloads. Kompakt und A-Musik stellen die Platten weltweit in die Läden und Morr Music sorgt dafür, dass die Digital-Downloads im Web verfügbar sind.